Deinster Spargellauf: Die Läufer gehen baden

DEINSTE. Der 14. Deinster Spargellauf ist am Freitagabend ins Wasser gefallen. 251 Teams, 1255 Läuferinnen und Läufer wollten auf die 5,5 Kilometer lange Staffelstrecke gehen. Nach 50 Minuten unterbrach der Veranstalter das Rennen.

Über Deinste entluden sich ein Gewitter und heftige Regenschauer. Als die Wetterkapriolen nachließen, liefen etwa 600 Sportler gemeinsam eine Runde. „Ein Prozessionslauf durch Deinste.“ An eine normale Fortsetzung des beliebten Rennens war nicht mehr zu denken.

Um 18.50 Uhr bricht Veranstalter Matthias Meier den 14. Spargellauf in Deinste ab. Durch die Lautsprecher auf dem Hofgelände von Spargel Werner tönen gerade mal 50 Minuten nach dem Startschuss die verhängnisvollen Sätze. Die meisten Teams habe gerade ihren zweiten Läufer auf die Strecke geschickt. Die Führenden schon den dritten. Der Chef des Spargelhofs, Christoph Werner, steht mit sorgenvoller Miene unter dem Start-Banner und wirft einen Blick auf sein Smartphone. Vorsorglich hatte er drei Wetter-Apps installiert, die er jetzt alle paar Minuten prüft. Über dem kleinen Waldstück auf der 5,5 Kilometer langen Strecke hängen die Wolken tief. Es donnert, es blitzt.

Die Helfer gehen in die Wechselzone und stoppen die Läufer, die noch auf die Strecke gehen wollen. Einige schütteln mit dem Kopf. Einige schauen enttäuscht. Langsam setzt der Regen ein. Aus dem leichten Nieseln wird nach und nach ein heftiger Platzregen. Die Läufer flüchten unter die Dächer und in die Hallen der Hofanlage, ins Bürogebäude und unter die Vordächer der Verpflegungs-Pavillons. Die Bierzeltgarnituren sind verwaist. Dicht an dicht stehen die Menschen und suchen Schutz.

Die Läufer, die auf der Strecke unterwegs sind, stellen sich im Fuß der Türme der Windräder unter. 30 bis 40 Menschen haben darin Platz. Busse vom VfL Stade und vom Spargelhof sind unterwegs und sammeln die Athleten ein. Aber am Horizont wird es ein wenig heller.

Prozessionslauf durch Deinste

Als Matthias Meier kurz nach halb acht die Durchsage macht, dass es gleich weitergehen könnte, stehen tiefe Pfützen auf dem Hof. Ganze Trauben von Menschen hüpfen in den Wasserlachen und haben Spaß.

Die Veranstalter ändern den Plan. Nach der Unterbrechung bitten sie die Läufer, die noch nicht unterwegs waren oder die noch eine Runde drehen wollen an die Startlinie für eine gemeinsame Runde. Das ist ein Novum beim Spargellauf. Seit der ersten Auflage im Jahr 2004 gab es noch nie solche heftigen Wetterkapriolen während des Laufes und noch nie einen Abbruch. Der Massenstart verschiebt sich von acht auf halb neun. Wegen eines Großbrandes in Düdenbüttel werden Rettungskräfte aus Deinste abgezogen. Die Veranstalter müssen die Streckenposten neu einteilen. Als alles bereit ist, gehen gut 600 Menschen auf die Strecke. „Wir machen einen Prozessionslauf durch Deinste“, sagt Matthias Meier und läuft ein paar Meter mit.

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Christoph Werner (2. von links), Spargelkönigin Katharina Deutsch (2. von rechts) und Matthias Meier (rechts) mit dem
Gewinnerteam aus Apensen (von links): Dirk und Leon Megow, Sabine Ulses, Lutz Knebel und Karsten Klopp.

Nach 16 Minuten überquert der erste Läufer die Ziellinie. Die Zeiten werden nicht mehr offiziell erfasst. Diesmal geht es wirklich einzig und allein um den Spaß. Auch die Sorgenfalten auf der Stirn von Christoph Werner haben sich inzwischen gelegt. Er steht an einem der Tresen auf dem Spargelhof und nippt an seinem Bier. „Wir wurden in den letzten Jahren immer gelobt, dass wir einen Vertrag mit dem Wettergott haben“, sagt er. „Zum Glück haben es diesmal alle sportlich genommen.“

Als auch die letzten Läufer die Runde beendet haben, fährt ein Traktor vor mit einer großen Waage auf dem Anhänger. Es kommt zum Höhepunkt des Abends: Ein Team wird gelost und in den Zutaten für ein Spargelmenü aufgewogen, und zwar das Team „Kenias allerletzte Reserve“ aus Apensen. Die Glücklichen – Karsten Klopp, Lutz Knebel, Sabine Ulses, Dirk und Leon Megow – stehen auf der einen Seite der Waage, während Christoph Werner auf der anderen Seite eine Kiste Spargel nach der anderen wuchtet, dazu mehrere Säcke Kartoffeln, Schinken, Wein, Erdbeeren, Sauce Hollandaise. Erst bei 450 Kilogramm kippt die Waage. Die Apenser grölen und jubeln. Dass es noch nieselt, ist ihnen vollkommen egal.

Ein Bericht vom Stader Tageblatt (online), 03.06.2018

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